Die Zukunft von Offroadparks

Lehrbeitrag auch als Hörbeitrag

In den kommenden 7 Jahren wird es in Deutschland fast keine Offroadparks mehr geben. Hierzu meine Prognose zur Entwicklung von Offroad-Parks in Deutschland.

Mein Name ist Jörg Sommer, ich bin Gründer und Geschäftsführer der Marke OFFROADWERK sowie OFFROAD AM NÜRBURGRING und ich habe bisher drei Offroadparks geleitet, darunter bis heute das Fahrtechnikgelände Outdoor & Offroad Center am Nürburgring und das Fahrgelände Köln.

Das Offroad-Fahren ist eine Freizeit- und Motorsportaktivität, die in den letzten Jahren durch politische sowie wirtschaftliche Faktoren an Popularität abgenommen hat und weiter abnehmen wird.

Die Entstehung von Offroad-Parks

Die Ursprünge von Offroad-Parks lassen sich bis in die Anfänge des Motorsports zurückverfolgen, als Fahrer begannen, abenteuerliche Routen abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden. Mit der Zeit entwickelte sich die Offroad-Kultur zu einer eigenständigen Subkultur, die von Enthusiasten weltweit gepflegt wird. Während viele Gelände für Offroad-Fahrten traditionell in abgelegenen Gebieten oder auf privatem Land zu finden waren, wuchs die Nachfrage nach sicheren und regulierten Orten für Offroad-Aktivitäten.

In den letzten Jahrzehnten haben sich Offroad-Parks zu speziell gestalteten Einrichtungen entwickelt, die den Bedürfnissen und Anforderungen von Offroad-Enthusiasten gerecht werden. Diese Parks bieten eine Vielzahl von Geländearten, darunter Schlammlöcher, Felsformationen, Sanddünen und Waldwege, um Fahrern unterschiedliche Herausforderungen und Erfahrungen zu bieten. Hinzukamen immer mehr Firmenevents mit Offroadfahrzeugen.

Faktoren Offroad-Parks
Offroad-Parks zeichnen sich durch verschiedene Merkmale aus:

Meine Einschätzung sowie Prognose in Bezug auf Offroadparks fokussiert sich auf Liegenschaften mit definierten physischen Ausmaßen, etablierten Infrastrukturen und geschäftlichen Organisationsstrukturen, die kontinuierlich und ohne Unterbrechung das ganze Jahr über zugänglich sind. In Anbetracht ihrer wirtschaftlichen Lage sowie der begrenzten regulatorischen Belastungen und Einschränkungen, werden Offroadgelände, die von Vereinen oder Hobbyisten betrieben werden, leider mittelfristig an Bedeutung verlieren.

Sicherheitsmaßnahmen: Sicherheit steht an erster Stelle in Offroad-Parks. Diese Einrichtungen implementieren strenge Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich der Überprüfung der Fahrzeuge auf Betriebssicherheit, der Bereitstellung von Notfallausrüstung und der Überwachung durch geschulte Mitarbeiter.

Vielfalt der Gelände: Offroad-Parks bieten eine Vielzahl von Geländeoptionen, die den Fahrern eine breite Palette von Herausforderungen und Abenteuern bieten. Von schlammigen Pfaden über felsige Steigungen bis hin zu sandigen Dünen – diese Vielfalt ermöglicht es den Fahrern, ihre Fähigkeiten zu testen und neue Techniken zu erlernen.

Umweltverträglichkeit: Der Schutz der Umwelt ist ein zentrales Anliegen vieler Offroad-Parks. Durch die Einhaltung strenger Umweltschutzvorschriften und die Implementierung von Best Practices im Bereich des nachhaltigen Landmanagements bemühen sich diese Parks, die ökologischen Auswirkungen ihrer Aktivitäten zu minimieren.

Gemeinschaftsgeist: Offroad-Parks fördern eine starke Gemeinschaft von Offroad-Enthusiasten. Diese Einrichtungen dienen als Treffpunkt für Gleichgesinnte, die ihre Leidenschaft fürs Offroadfahren teilen und Erfahrungen austauschen möchten. Mittlerweile ist dies auch eine Freizeitmöglichkeit und ein Erlebnis für die ganze Familie. Vergleichbar wie die Nordschleife, der älteste Teil der Rennstrecke Nürburgring in der Eifel. Volkstümlich wird sie oft „Der Ring“ oder „Die grüne Hölle“ genannt.

Regulierung: Viele Offroad-Parks unterliegen strengen behördlichen Vorschriften, um den Betrieb zu gewährleisten. Diese Regulierung trägt dazu bei, die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten und Umweltauflagen einzuhalten. Deutschland hat mit die strengsten Umweltauflagen und gesetzlichen Vorschriften die den Betrieb von Offroad-Parks beeinflusst. Die Einhaltung dieser Vorschriften für Parkbetreiber ist eine Herausforderung und führt zu höheren Betriebskosten. Neue Umweltauflagen, politische Ausrichtungen und so weiter werden die Verfügbarkeit von Offroad-Parks in den kommenden sieben Jahren stark einschränken, insbesondere in sensiblen Ökosystemen.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein: Mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein sowie der Nachhaltigkeit und der Nachfrage nach nachhaltigen Freizeitaktivitäten werden Offroad-Parks gezwungen, ihr Geschäftsmodell zu überdenken oder aufzugeben.

Wirtschaftliche Faktoren: In den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind Menschen zurückhaltender und geben weniger Geld für bestimmte Freizeitaktivitäten aus. Die Folge des Fahrens mit dem eigenen Fahrzeug Geländewagen, Pickup oder SUV sowie des Verschenkens oder Kaufs von Offroad-Erlebnissen ist rückläufig. Besonders mit dem Jahr 2020 sind die Zahlen stark retrograd, was zu einem Rückgang der Teilnehmer- und Besucherzahlen geführt hat. Parkbetreiber sind also gezwungen, ihre Preise anzupassen oder zusätzliche Anreize anzubieten, um die Attraktivität ihrer Einrichtungen zu steigern.

Veränderung der Marketingentwicklung von SUVs:
Das Marketing der Automobilhersteller für den SUV hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt. Wie anfangs geht es nicht mehr um das Thema Fahren abseits der Straße. Heute geht es um Lifestyle, Lebensstile, Freizeitaktivitäten mit der Familie, geräumiges Fahrzeug, höhere Sitzposition, das Gefühl von mehr Sicherheit und Komfort. Zudem hat sich die Segmentierung im Bereich Mittelklasse und Luxus verändert. Automobilhersteller setzen verstärkt auf Online-Marketing und Social Media, um ihre SUVs zu bewerben. Kaum noch Händlerveranstaltungen in Offroad-Parks, dafür vorwiegend Influencer-Aktivitäten.

Landnutzungskonflikte und Raumplanung: Die zunehmende Nachfrage nach Land für verschiedene Zwecke, wie erneuerbare Energiequellen, Landwirtschaft, Naturschutz und Wohnentwicklung, wird zu Konflikten führen und die Verfügbarkeit von Land für Offroad-Parks minimieren.

Qualifiziertes Personal:
Das professionelle Offroad-Fahren wird es in zehn Jahren so nicht mehr geben. Meine Generation, die 60er, hat in der Regel das Offroad-Fahren beim Militär gelernt und es über Jahre in Übungen sowie Einsätzen perfektioniert. Über Fortbildungen zum Thema Fahrsicherheit und das Trainieren in Fahrsicherheitszentren sowie Fahren in Testcentern und Prüfgeländen wurde das Lernen mit dem SUV, Geländewagen oder Pickup abgerundet. Hierzu folgt aktuell nichts Qualifiziertes von Instruktoren. Hierzu mein Lehrbeitrag „Nachfolge“.

Fazit

Insgesamt hängt die Zukunft der Offroad-Parks in Deutschland von einer Vielzahl von oben beschriebenen Faktoren ab, darunter verstärkt gesetzliche Bestimmungen, Umweltbewusstsein, wirtschaftliche Entwicklungen und politische Ideologien.

Den meisten Parkbetreibern und Investoren wird es dadurch unmöglich, sich den verändernden Bedingungen anzupassen, um langfristigen Erfolg zu gewährleisten. Die Schließung ist die Folge daraus.

Meines Erachtens haben nur die „Offroad-Parks“ eine Zukunft, die eine nachhaltige Entwicklung mit umweltfreundlichen Praktiken und ökologischen Auswirkungen vereinen. Mit einer kontinuierlichen Entwicklung und Transformation. Die eine Zusammenarbeit mit dem regionalen Tourismus leben.

Für mich das Wichtigste ist die Erweiterung des Angebots über das traditionelle Offroad-Fahren hinaus mit zusätzlichen Aktivitäten wie Camping, Wandern, Outdoor-Abenteuer und Kids-Camp, um ein breiteres Publikum anzusprechen, um die Verweildauer vor Ort zu erhöhen.

In sieben Jahren wird es voraussichtlich eine Fortführung von circa vier Offroadparks in Deutschland geben. Hinzu kommen die Offroadanlagen / Fahrgeländen in touristischen Destinationen, die bereits Motorsportinfrastrukturen und Rennstrecken beherbergen.

Autor Jörg Sommer

Nachtrag: In meiner Analyse Stand 2.4.2024 identifiziere ich 34 verschiedene Fahrgelegenheiten in Deutschland, die von professionellen Betreibern bis hin zu hobbyistisch geführt reichen. Nicht einbezogen sind die ADAC-Fahrsicherheitszentren mit Offroad-Trainingsbereichen, die keine Bedeutung im Bereich Offroad haben werden. Unter Berücksichtigung der Geländefahrpraktiken für Geländewagen, Pickups oder SUVs in Verbindung mit Freizeitaktivitäten und der Expertise bundesweiter Agenturen, auch im Bereich des Reisens, erörtere ich gerne meine Empfehlungen. #fragdensommer