
Mein Trainingsansatz im Offroadtraining
Fahrtechnik, Psychologie und Didaktik im Zusammenspiel
In meiner Arbeit als Offroad-Instruktor beschäftige ich mich nicht nur mit Fahrtechnik.
Viele Fehler im Gelände entstehen nicht durch fehlende Fahrzeugkontrolle, sondern durch Wahrnehmung, Entscheidungen und Lernprozesse.
Deshalb betrachte ich Offroadtraining aus drei Perspektiven: Fahrtechnik, Psychologie und Didaktik.
Beobachtungen aus dem Offroadtraining
Aus zahlreichen Trainings ergeben sich wiederkehrende Verhaltensmuster, die ich in meinen Lehrbeiträgen beschreibe.
Sommer-Reaktanz-Effekt
Ein Verhalten im Training, bei dem Selbstvertrauen schneller wächst als Konzentration und genau dann Fahrfehler entstehen.
Fahrtechnik
Fahrzeugbeherrschung, Linienwahl und das Verständnis für Gelände bilden die Grundlage jedes Trainings.
Psychologie
Wahrnehmung, Selbstüberschätzung und Entscheidungen beeinflussen maßgeblich das Fahrverhalten.
Didaktik
Entscheidend ist, wie Teilnehmer komplexe Fahrsituationen verstehen und nachhaltig lernen.
Was einen guten Offroad-Trainer ausmacht
Die Rolle eines Offroad-Trainers wird im Markt unterschiedlich verstanden und umgesetzt.
Unterschied zwischen Erlebnis und sicherer Fahrkompetenz im Offroadtraining
Im Offroadtraining lassen sich grundsätzlich zwei unterschiedliche Ausrichtungen erkennen, die jeweils unterschiedliche Erwartungen bedienen.
Ein Teil der Angebote ist erlebnisorientiert geprägt. Im Vordergrund stehen Fahrspaß, spektakuläre Fahrsituationen und das unmittelbare Erleben im Gelände. Der Trainer begleitet die Teilnehmer, greift jedoch nur begrenzt in deren Fahrverhalten ein. Ziel ist es, ein positives und eindrucksvolles Offroad-Erlebnis zu schaffen.
Dem gegenüber stehen Trainingsansätze, die konsequent auf die Entwicklung sicherer Fahrkompetenz ausgerichtet sind. Hier wird Offroadfahren nicht als Erlebnis, sondern als beherrschbare Fertigkeit verstanden. Neben der Fahrzeugtechnik werden insbesondere Wahrnehmung, Entscheidungsverhalten und die realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten in den Mittelpunkt gestellt.
Mein Trainingsansatz im Offroadtraining
Fahrtechnik, Psychologie und Didaktik im Zusammenspiel. Ich betrachte Offroadtraining als einen ganzheitlichen Lernprozess. Fahrtechnik allein reicht nicht aus, um Situationen im Gelände sicher zu beherrschen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus technischer Fähigkeit, mentaler Wahrnehmung und methodisch aufgebautem Lernen.
Aus diesem Verständnis heraus bezeichne ich meine Trainings bewusst als Fahrkompetenztrainings. Denn Ziel ist nicht das reine Erleben von Fahrsituationen, sondern die Entwicklung von Kompetenz, also die Fähigkeit, Situationen sicher zu erkennen, richtig zu beurteilen und kontrolliert zu bewältigen.
In diesem Kontext übernehme ich eine aktive und steuernde Rolle. Ich korrigiere, hinterfrage und führe Teilnehmer gezielt durch den Lernprozess. Auch dann, wenn dies im Moment weniger komfortabel erscheint. Ziel ist nicht kurzfristiger Fahrspaß, sondern nachhaltige Sicherheit im Gelände.
Der wesentliche Unterschied liegt somit nicht im Gelände oder im Fahrzeug, sondern in der Haltung zum Training selbst: ob Offroadfahren als Erlebnis inszeniert wird oder als Fähigkeit erlernt wird.
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, welche Erwartung Teilnehmer mitbringen.
Mein Ansatz ist klar auf die Vermittlung von sicherem, kontrolliertem und nachvollziehbarem Offroadfahren ausgerichtet. Denn echte Kompetenz zeigt sich nicht im spektakulären Moment, sondern in der Fähigkeit, Situationen sicher zu erkennen, richtig zu beurteilen und kontrolliert zu bewältigen.
Jörg Sommer, Instruktor & Fahrtrainer
Integrität vor Harmonie
Dieser Satz beschreibt unsere Haltung in unseren Videos.
Wir zeigen nicht nur, wie etwas gemacht wird, sondern auch, wie man es noch besser, sicherer oder fachlich vollständiger machen kann. Dabei greifen wir immer wieder Themen auf, die in anderen Videos nur teilweise dargestellt werden oder bei denen wichtige Zusammenhänge fehlen. Wir benennen dabei bewusst weder konkrete Videos noch Kollegen. Es geht uns nicht darum, jemanden vorzuführen, persönlich zu kritisieren oder uns über andere zu stellen. Entscheidend ist für uns ausschließlich die fachliche Einordnung. Wir werden fachliche Lücken jedoch auch nicht verschweigen, nur damit sich niemand angesprochen oder kritisiert fühlt.
Integrität bedeutet für uns, das zu zeigen und zu erklären, was aus unserer Erfahrung relevant ist. Dazu gehört auch, deutlich zu machen, was wann passiert, welche Folgen eine Handlung haben kann und warum ein bestimmtes Vorgehen möglicherweise nicht ausreicht. Gerade bei Fahrtechnik, Sicherheit und Ausbildung darf Harmonie nicht wichtiger sein als fachliche Richtigkeit.
„Wer Wissen vermittelt, trägt Verantwortung, auch für das, was nicht gezeigt oder nicht erklärt wird.“ Unsere Videos sollen deshalb nicht einfach gefallen. Sie sollen einordnen, ergänzen und dabei helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen. Integrität vor Harmonie bedeutet für uns: niemanden persönlich angreifen oder öffentlich benennen aber fachlich auch nichts weglassen.
Jörg Sommer
Dozent. Fahrtrainer. Instruktor.

