Orientierung in der Offroad-Welt

Offroadpark, Fahrgelände oder Fahrtechnikgelände. Wo liegt der Unterschied?

Wer sich mit dem Thema Offroad beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe wie Offroadpark, Offroad-Gelände, Fahrgelände oder Fahrtechnikgelände. Oft werden diese Begriffe gleichgesetzt. Tatsächlich beschreiben sie jedoch unterschiedliche Konzepte mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Genau deshalb fällt es vielen Interessierten schwer, das passende Angebot für die eigenen Erwartungen zu finden. Mit diesem Beitrag möchte ich eine sachliche Orientierung geben ohne Bewertungen und ohne Vergleiche, sondern mit dem Ziel, die Unterschiede verständlich zu erklären.


Offroadparks in Deutschland

Offroadparks haben seit vielen Jahren einen festen Platz in der deutschen Offroad-Szene. Sie bieten Fahrern die Möglichkeit, mit dem eigenen Geländewagen legal im Gelände unterwegs zu sein und unterschiedliche Hindernisse und Untergründe zu erleben. Zu den bekannten Offroadparks gehören beispielsweise:

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt ausdrücklich keine Bewertung oder Rangfolge dar. Jeder Betreiber verfolgt ein eigenes Konzept und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen.


Der klassische Offroadpark

Im Mittelpunkt eines Offroadparks steht überwiegend das Fahrerlebnis. Besucher fahren mit dem eigenen Fahrzeug über unterschiedliche Strecken und Hindernisse und erleben gemeinsam einen Tag im Gelände. Dazu gehören beispielsweise:

  • Steigungen
  • Gefälle
  • Schrägfahrten
  • Verschränkungen
  • Matschpassagen
  • Wasserdurchfahrten
  • lose Untergründe

Der Spaß am Offroadfahren und das gemeinsame Erlebnis stehen dabei meist im Vordergrund.


Fahrgelände

Ein Fahrgelände beschreibt zunächst lediglich eine Fläche, auf der Fahrzeuge im Gelände bewegt werden können. Der Begriff sagt zunächst nichts darüber aus,

  • ob dort frei gefahren wird,
  • Fahrtrainings stattfinden,
  • Hersteller testen,
  • Events durchgeführt werden,
  • oder professionell ausgebildet wird.

Erst das jeweilige Konzept bestimmt die tatsächliche Nutzung.


Fahrtechnikgelände

Ein Fahrtechnikgelände verfolgt einen anderen Ansatz. Hier steht nicht das freie Fahren im Vordergrund, sondern die systematische Entwicklung von Fahrkompetenz. Alle Hindernisse besitzen einen fahrtechnischen Hintergrund. Trainiert werden beispielsweise:

  • Blickführung
  • Fahrzeuggefühl
  • Ideallinie
  • Verschränkungen
  • Böschungswinkel
  • Rampenwinkel
  • Kippwinkel
  • Einsatz von Untersetzung
  • Einsatz von Differenzialsperren
  • Wirkung elektronischer Fahrassistenzsysteme
  • materialschonendes Fahren

Ein professionelles Fahrtechnikgelände besteht deshalb nicht nur aus einigen Hügeln oder künstlichen Hindernissen. Es benötigt:

  • eine durchdachte Streckenführung
  • definierte Trainingssektionen
  • Sicherheitskonzepte
  • qualifizierte Instruktoren
  • organisatorische Infrastruktur

Fahrsicherheitszentren mit Offroadbereich

Einige Fahrsicherheitszentren (FSZ) verfügen zusätzlich über Offroadbereiche. Der Schwerpunkt dieser Anlagen liegt jedoch grundsätzlich auf Onroad-Fahrsicherheitstrainings. Die Offroadbereiche ergänzen das bestehende Angebot. Beispiele sind:

  • ADAC Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich
  • Verkehrssicherheitszentrum Olpe
  • ADAC Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg (Linthe)
  • ADAC Off-Road-Zentrum Rhein-Main
  • ADAC Sportgelände Malsfeld

Diese Anlagen verbinden klassische Fahrsicherheit mit Offroadmodulen. In Grevenbroich, Olpe und Berlin habe ich selbst Fahrtrainings durchgeführt.


Rennstrecken mit Offroad-Angeboten

Auch einige Rennstrecken verfügen heute über eigene Offroadbereiche. Dazu gehören beispielsweise:

  • Nürburgring
  • DEKRA Lausitzring
  • Motorsport Arena Oschersleben
  • Sachsenring
  • Hockenheimring Baden-Württemberg

Diese Offroadbereiche werden unter anderem genutzt für

  • Herstellerveranstaltungen
  • Fahrzeugtests
  • Fahrsicherheitstrainings
  • SUV-Trainings
  • Fahrerlebnisse
  • Firmenevents

Auch hier unterscheiden sich Größe, Konzept und Zielsetzung erheblich.


Eine Besonderheit am Nürburgring

Der Nürburgring nimmt innerhalb Deutschlands eine besondere Stellung ein. Denn hier existieren heute zwei voneinander unabhängige Offroad-Gelände. Der Offroadpark Nürburgring wird von der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG betrieben. Der Schwerpunkt liegt auf Fahrerlebnissen, Veranstaltungen sowie Hersteller- und Eventformaten.

Daneben gibt es das Original Offroad am Nürburgring (OAN). Das Gelände wird unabhängig betrieben und dient als professionelles Offroad-Fahrtechnikgelände. Hier stehen im Mittelpunkt:

  • Fahrkompetenztrainings
  • Fahrzeugtests
  • Automotive-Projekte
  • Firmenveranstaltungen
  • Blaulicht-Trainings
  • Fahrtrainings für Privatkunden

Damit bestehen am Nürburgring heute zwei eigenständige Offroad-Angebote mit unterschiedlichen Schwerpunkten.


Die Geschichte von Offroad am Nürburgring

Die Entwicklung des professionellen Offroadfahrens am Nürburgring ist eng mit Jörg Sommer verbunden. Bereits viele Jahre bevor heute unterschiedliche Offroadangebote am Nürburgring existierten, entwickelte und etablierte Jörg Sommer das Thema Offroad am Nürburgring durch Fahrtrainings, Fahrzeugpräsentationen, Automotive-Projekte und Veranstaltungen. Aus dieser langjährigen Entwicklung entstand das heutige Original Offroad am Nürburgring (OAN) mit eigenem Fahrtechnikgelände, eigener Infrastruktur, eigenem Fuhrpark und professionellen Instruktoren.


Unser Ansatz

Mit OAN – Original Offroad am Nürburgring betreiben wir ein eigenes Offroad-Fahrtechnikgelände. Unser Schwerpunkt liegt nicht auf dem freien Befahren des Geländes. Wir entwickeln Fahrkompetenz. Dafür stehen heute unter anderem:

  • eigenes Fahrtechnikgelände
  • eigener Fuhrpark mit derzeit zehn Geländefahrzeugen
  • Quads
  • professionelle Instruktoren
  • Automotive-Projekte
  • Fahrzeugtests
  • Firmenveranstaltungen
  • Trainings für Privatkunden
  • Trainings für Blaulicht-Organisationen
  • Kooperationen mit der Industrie

Diese Kombination bildet unseren wesentlichen Unterschied zu klassischen Offroadparks, Fahrsicherheitszentren mit ergänzendem Offroadbereich sowie Veranstaltern, die ihre Trainings auf angemieteten Geländen durchführen.


Was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht beantworten. Ein Offroadpark ist nicht besser als ein Fahrtechnikgelände. Ein Fahrtechnikgelände ist nicht besser als ein Fahrsicherheitszentrum. Ein Fahrsicherheitszentrum ist nicht besser als ein Offroadpark. Alle verfolgen unterschiedliche Ziele. Entscheidend ist deshalb nicht der Name, sondern die Frage: Welches Angebot passt zu meinen Erwartungen?


Mein Fazit

Nicht alles, was Offroad heißt, verfolgt das gleiche Ziel. Genau deshalb möchte ich mit dieser Beitragsreihe Unterschiede erklären, Fachbegriffe verständlich machen und Orientierung geben. Es geht nicht um Bewertungen. Es geht um Klarheit.


Haben Sie Fragen?

Sollten nach diesem Beitrag noch Fragen offen sein oder wünschen Sie eine Einordnung zu einem bestimmten Thema rund um Offroad, Fahrtechnik oder Fahrzeugtechnik, freue ich mich auf Ihre Nachricht. #FragDenSommer ‭+49 157 71964481‬